Interview Lady Mercedes

Interview Lady Mercedes

M:  Das kann ich gern erzählen: ich habe mich zu Hause eingeigelt, habe viel gelesen, bin ins Kino gegangen, war bei Freunden zum Essen eingeladen und habe für Freunde gekocht. Und habe endlich mal ausgeschlafen.

 

Schlafen Sie sonst nicht aus?

 

M: Nein, ich habe einen sehr stringenten Zeitplan und kann daher nicht bis in die Puppen schlafen.

Außerdem funktioniere ich morgens sehr gut, ich bin eher ein Frühmensch.

 

Was war das letzte spannende Buch, das sie gelesen haben und weiterempfehlen können?

 

M: „6 Koffer“ von Maxim Biller. Sehr spannend.

 

Wenn Sie auf 2018 zurückblicken, war das für Sie persönlich ein erfolgreiches Jahr?

 

M: Ja, ein sehr erfolgreiches. 

 

Was war für Sie ein persönliches Highlight ?

 

M: Lady Marlon und ich haben im Sommer gemeinsam eine Party mit dem Team und Freunden anlässlich unseres 20-jährigen Bestehens als Avalon gefeiert. Das Team hatte ein kleine Überraschung vorbereitet; wir hatten gar nicht damit gerechnet. Es war eine super Party und ein bewegender Moment. 

Natürlich gab es noch andere Highlights, die wären nun aber wirklich zu privat.

 

Was haben Sie besonders bedauert?

 

M: Die Gesetzgebung des neuen ProstSchG und die daraus resultierende Entscheidung einiger Ladies, sich nicht anzumelden und somit den Beruf an den Nagel zu hängen. Einige sehr geschätzte Kolleginnen, z.B. Lady Grace und Lady Natalia Bizarelle, haben aus diesem Grund aufgehört. Das ist ein großer Verlust für uns, aber vor allen Dingen auch für ihre Verehrer. 

 

Denken Sie, dass die Verehrer dann bei anderen Damen glücklich werden?

 

M: Man sagt ja immer, dass niemand unersetzbar ist. Es gibt Gäste, die sehr froh sind, wenn sie stets neue Damen kennenlernen, aber es gibt auch Gäste, die dieses besondere Vertrauensverhältnis brauchen. Und wenn man erst einmal mit einer Person eine gute solide Spielbeziehung aufgebaut hat, die geprägt von Vertrauen ist, dann ist es schon ein herber Verlust.

 

In ihrem Studio kommen und gehen Frauen: können Sie auf eine Stammbesetzung zurückgreifen?

 

M: Ja, das können wir, aber natürlich gibt es eine gewisse Fluktuation.

 

Wäre es zu vermessen zu fragen, wer ist die interessanteste Neuerscheinung bei Ihnen im Studio ist ? 

 

M: Das ist natürlich schwer zu sagen, es gibt wirklich viele tolle Frauen im Team, aber ich finde eine der interessantesten  Newcomer ist Mistress Bella Lugosi. Sie ist noch kein ganzes Jahr bei uns, aber schon ein festes Mitglied unseres Teams. So viel Spielfreude und Konzentration habe ich lange nicht erlebt.

 

 

Es ist ja kein Geheimnis, dass Sie schon lange dabei sind. Was hat sich im letzten Jahr bzw. Jahren grundlegend verändert?

 

M: Nun, wie schon erwähnt, ist es durch die veränderte Gesetzeslage nicht mehr so einfach, ambitionierten Nachwuchs zu finden. Viele werden verschreckt durch die Auflagen und durch die Tatsache, dass man sich beim Amt mit seinem Personalausweis anmelden muss. Da muss der Wunsch,  als Domina zu arbeiten, wirklich sehr groß sein. Von der anderen Seite betrachtet kommen aber nur die Damen zu uns, die wirklich bereit sind, Flagge zu zeigen.

 

 

Was haben Sie für Erinnerungen an Ihre Sessions und was waren Ihre schönsten Erlebnisse in diesem Jahr?

 

M: Ich habe viele wundervolle Sessions gehabt, aber zwei sind mir besonders im Gedächtnis geblieben. Eine davon war in der Residenz, ein Langzeitaufenthalt. Die Chemie hat einfach gestimmt, und ich konnte mich selbst in dem Spiel verlieren. Herrlich, jemanden für eine längere Zeit mit auf die Reise zu nehmen.

Und dann natürlich auch in unserem geliebten Studio mit einem Gast, den ich schon sehr lange kenne und mit dem ich immer geile Sessions habe. Leider ist bei unserer letzten etwas danebengegangen. Wir bekamen einen neuen Fußboden, und es war laut und unruhig und das hat mich leider komplett aus der Bahn geworfen - und ihn auch.

 

 

Ihr lustigstes Sessionerlebnis in 2018?

 

M: Es war eine cross-dressing session und es ist einfach sehr lustig, einen Vollbärtigen zum Aschenputtel zurecht zu machen und ihn Erbsen zählen lassen. Wenn das Gegenüber dann auch noch komplett in der Rolle aufgeht und ein hinreißendes Aschenputtel gibt, ist es einfach köstlich.

 

Gab es noch etwas Besonderes?

 

M: Ja, eine fantastisches klösterliches Mittelalterszenario. Eine meiner Lieblingskolleginnen, Madame Louiza, und ich haben wir uns sehr gut vorbereitet. Der gesamte Keller in der Residenz roch nach Weihrauch, und die gregorianischen Gesänge erfüllten das Gewölbe. Unser armer Mönch musste die Gesänge mindestens 20 Stunden aushalten. Irgendwann hat er uns angefleht, die singenden Brüder zu bitten, endlich mit dem Gesang aufzuhören. Auch so kann Folter aussehen! Madame Louiza und ich mussten schwer an uns halten, um die klösterliche Würde nicht zu verlieren.

 

 

Was würden Sie noch besser machen wollen? Haben Sie besondere Vorsätze für das kommende Jahr?

 

M: Ich habe einige neue Ideen. Wir haben uns einen Zahnarztstuhl gekauft, um in Zukunft Freunde des Dentalfetisches glücklich zu machen. Das ist eine ganz neue Sparte, und da muss ich auch dazu lernen. Eine meiner Bekannten ist Zahnärztin, die wird uns unterweisen. Außerdem würde ich gern mehr Zeit in die Ausbildung von neuen Damen investieren.

Ich denke, dass wir, Lady Marlon und ich, vieles schon ganz gut machen.

Wir sind vor vielen Jahren angetreten, um ein klassisch dominantes Studio zu etablieren. Das ist uns gelungen, mit der Betonung auf klassisch dominant. Es gibt nicht mehr viele Studios, die wirklich noch das gute alte Dominahandwerk beherrschen und anbieten!“